Ursache der Ringelröteln
Die Ringelröteln werden von einem Parvovirus verursacht, das den Namen B19 trägt. Das Parvovirus B19 wurde im Jahr 1974 zufällig entdeckt. Die australische Virologin Yvonne Cossart fand es in einer Blutprobe, die die Nummer B19 trug. Das Parvovirus B19 ist relativ einfach aufgebaut. Die Länge seines Erbguts beträgt rund 5.000 Basenpaare. Damit ist es das kleinste humanpathogene Virus, d. h. das kleinste Virus, das beim Menschen eine Erkrankung hervorruft. Das Ringelröteln-Virus vermehrt sich bevorzugt in den erythropoetischen Zellen, d. h. den Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die sich im Knochenmark befinden.
Ansteckung überwiegend durch Tröpfcheninfektion
Das Parvovirus B19 wird in den meisten Fällen über Tröpfcheninfektion übertragen. Der Erreger gelangt in feinen Tröpfchen aus Atemwegssekreten, die beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgeschieden werden, aus dem Körper heraus und wird über die Luft weitergetragen. Dringen diese Tröpfchen, z. B. indem sie eingeatmet werden, in den Körper eines anderen Menschen ein, kommt es zu einer Infektion. Eine Übertragung kann jedoch auch über kontaminierte Blutprodukte oder diaplazentar (über die Plazenta) erfolgen. Letzteres kann dazu führen, dass bei einer Erkrankung der Mutter auch das ungeborene Kind infiziert wird.
Die Gefahr einer Ansteckung besteht nur für Menschen, die noch nicht an Ringelröteln erkrankt waren. Hat das Immunsystem die Erkrankung einmal erfolgreich bekämpft, sind Antikörper vorhanden, die eine wiederholte Infektion verhindern. Der Organismus ist dadurch gegen das Virus immun. Es wird geschätzt, dass rund 85 % der über 70-jährigen Bevölkerung in Industrieländern einmal in ihrem Leben mit dem Ringelröteln-Virus infiziert wurden.
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